Ratgeber

Trinken schwemmt die Bakterien aus der Blase aus.

Blasenentzündung sanft behandeln

Hilfe aus Homöopathie & Phytotherapie

Häufiges Wasserlassen mit Schmerzen und Brennen – viele Menschen kennen die Beschwerden einer Blasenentzündung nur allzu gut. Folgende pflanzlichen Mittel und Homöopathika versprechen Abhilfe.

E.-coli-Bakterien als Verursacher

Eine Blasenentzündung (Zystitis) ist eine bakterielle Infektion der Blasenschleimhaut, häufig mit Beteiligung der Harnröhre. Bei Harnröhrenbeteiligung bezeichnet man sie auch als Infektion der unteren Harnwege oder untere Harnwegsinfektion. Drei Viertel aller Erkrankungen werden von E.-coli-Bakterien ausgelöst. Die Keime leben natürlicherweise im Dickdarm des Menschen und tragen zu einer gesunden Darmflora bei. Problematisch wird es, wenn sie vom Darm in benachbarte Strukturen, wie die Harnröhre, eindringen.

Die häufigsten Symptome

Die Beschwerden sind bei allen Betroffenen ähnlich: Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang – oft auch in der Nacht. Zwischen dem Wasserlassen kann es zu krampfartigen Schmerzen im Unterleib kommen. Bei Kindern deutet oft Einnässen auf eine Blasenentzündung hin, besonders wenn sie bereits trocken waren. Erbrechen, Übelkeit oder Blut im Urin können ebenfalls im Rahmen einer Blasenentzündung auftreten.

Gefährliche Komplikation: Nierenbeckenentzündung

Bedrohlich wird die Blasenentzündung, wenn sie chronisch wird (chronisch-rezidivierende Blasenentzündung) oder auf die Nieren übergreift. Auf eine Nierenbeckenentzündung weisen Fieber, Flankenschmerz und ein starkes Krankheitsgefühl hin. Bei diesen Beschwerden sollten Betroffene deshalb zügig zum Arzt. Eine Antibiotika-Einnahme ist dann unumgänglich. Handelt es sich dagegen nur um eine leichte Blasenentzündung, die einmalig auftritt, bietet die Komplementärmedizin Hilfe.

Trinken als Therapiegrundlage

Was ist das Wichtigste bei einer akuten Blasenentzündung? Viel Trinken! Denn das schwemmt die Erreger aus der Blase. Ratsam sind 3-4 l pro Tag. Wählen Sie am besten Wasser, verdünnte Säfte oder ungesüßte Kräutertees, denn sie enthalten wenig Zucker. Ihre Blase sollten Sie regelmäßig und vollständig entleeren. Gehen Sie aber nicht ständig auf die Toilette, sondern erst, wenn Sie einen starken Harndrang verspüren – bei manchen Menschen entwickelt sich sonst ein Automatismus.

Cranberries und Methionin

Bei einer akuten Blasenentzündung empfiehlt die Pflanzenheilkunde amerikanische Cranberries (Vaccinium macrocarpon). Trinken Sie ein Glas Cranberrie-Saft morgens und abends. Substanzen aus den Beeren vermindern das Anhaften der Bakterien in der Blase. Um wiederkehrenden Blasenentzündungen vorzubeugen, sind pflanzliche Präparate mit Methionin eine gut Wahl. Sie säuern den Urin an und hemmen so die Bakterienvermehrung. Ihr Apotheker berät Sie über geeignete Präparate.

Pflanzliche Teemischungen zur Desinfektion und Durchspülung

Ähnlich entzündungshemmend wie Cranberries wirken Teemischungen mit Liebstöcklwurzel, Rosmarinblättern, Tausendgüldenkraut, Goldrutenkraut, Brennnessel, Bärentrauben- oder Orthosiphonblättern. Die Tagesdosis der Blasentees liegt bei 3-4 Tassen pro Tag.

Hinweis: Blasentees mit Bärentraubenblättern dürfen maximal fünfmal im Jahr für je 1 Woche angewendet werden, da Abbauprodukte des Tees Leberschäden verursachen können.

Blasentee selber mischen

Mit folgendem Rezept rühren Sie sich Ihren Tee zur Durchspülungstherapie bei Blasenentzündungen selber an. Pro Tasse je einen Teelöffel (entspricht 20-30 g) der Zutaten zufügen

  • Bärentraubenblätter
  • Orthosiphonblätter (Katzenbartblätter)
  • Birkenblätter
  • Kamillenblüten

Die Bestandteile erhalten Sie in der Apotheke.

Homöopathie bei Blasenentzündung

Viele Homöopathen empfehlen bei einer akuten Blasenentzündung Okoubaka (Schwarzafrikanischer Rindenbaum). Die übliche Dosierung für Erwachsene beträgt dreimal täglich 5 Globuli in der Potenzierung D3 über eine Dauer von 3-4 Wochen. Kinder erhalten dreimal täglich 3 Globuli.

Als Klassiker der Nachbehandlung einer Blasenentzündung gilt Solidago (Goldrute) D3 in kurmäßiger Anwendung. Kurmäßig bedeutet: Auf eine dreiwöchige Einnahme folgt eine einwöchige Pause, dann wieder eine dreiwöchige Anwendung. Dieser Zyklus kann über längere Zeiträume beibehalten werden. Erwachsene nehmen dreimal täglich 5 Globuli, Kinder dreimal täglich 3.

Zur Vorbeugung einer Blasenentzündung raten viele Homöopathen zu Pichi-Pichi D6 (Falsche Heide). Es gilt als Ausleitungs- und Entgiftungsmittel. Die Globuli werden kurmäßig über mehrere Monate eingenommen – dreimal täglich 5 Globuli, bei Kindern 3 Globuli.

Mit Wärme die Schmerzen lindern

Kommt es im Zuge der Blasenentzündung zu Krämpfen oder Unterleibsschmerzen, gibt es auch dagegen ein sanftes Mittel. Nutzen Sie die schmerz- und krampflindernde Eigenschaft von Wärme! Legen Sie beispielsweise Wärmeflaschen, Kirschkernsäckchen oder Heublumenauflagen auf ihren Unterbauch oder Rücken. Oder setzen Sie sich darauf. Unter dem Wärmeelement aber eine Unterlage nicht vergessen! Wenn Sie sich mit einer Wolldecke zudecken, hält die Wärme länger an. Viele Betroffene empfinden ein warmes Voll- oder Sitzbad mit Kamille als angenehm.

Für alle Selbsthilfemaßnahmen gilt: Führen diese nicht innerhalb weniger Tage zu einer deutlichen Besserung, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Denn bei einer ungenügenden Behandlung kann sich jede Blasenentzündung zur Nierenbeckenentzündung ausweiten.

Quelle: Gesundheit Heute, Knaur Verlag 2008.

| Von: Sandra Göbel; Bildrechte: Goodluz/Shutterstock
Juckreiz ist eines der Symptome, unter dem Menschen mit Neurodermitis am meisten leiden.

Selbsthilfe bei Neurodermitis

Wie Sie Schübe vorbeugen und behandeln

Gereizt, gerötet und entzündet – bei einem Neurodermitisschub leiden Betroffene unter vielfältigen Beschwerden der Haut. Wie Sie leichte Fälle selbst behandeln und erneuten Schüben vorbeugen.

Die Beschwerden von leichten Formen von Neurodermitis sind gut selbst zu behandeln. Sind jedoch große Flächen vom atopischen Ekzem betroffen oder leiden Sie unter schweren Entzündungen, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Die Apothekerinnen Claudia Kubat und Ines Winterhagen geben in den Fachzeitschriften „PTA heute“ und „Deutsche Apotheker Zeitung“ Tipps, wie Betroffene leichte Beschwerden lindern und nach dem Abklingen weiteren Schüben vorbeugen.

Das Erscheinungsbild unterscheidet sich je nach Alter

Das Erscheinungsbild der Neurodermitis (atopische Dermatitis) variiert je nach Stadium und Schwere des Ekzems sowie Alter des Betroffenen. Zehn bis zwanzig Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen sind in Deutschland von der Hauterkrankung betroffen. Eine deutliche Besserung der Beschwerden tritt bei der Hälfte der Kinder ab dem vierten Lebensjahr und meist erneut in der Pubertät ein. Säuglinge und Kleinkinder leiden vor allem an geröteten und nässenden Stellen mit Bläschen im Gesicht und am Kopf, was aufgrund seines Aussehens Milchschorf genannt wird. Bei älteren Kindern und Erwachsenen treten am Gesicht und Hals sowie in den Gelenkbeugen bräunlich-rote Herde auf, die mit Knötchen und Schuppen einhergehen.

Da sich die Symptome an deutlich sichtbaren Stellen befinden, neigen unwissende Außenstehende oft zu einer ablehnenden Haltung gegenüber den Betroffenen. Neben der Angst vor Ansteckung spielt hier teilweise das Vorurteil einer unzureichenden Körperpflege eine Rolle. Die Neurodermitis ist jedoch eine nicht ansteckende chronische Hauterkrankung, deren Entwicklung durch die erbliche Veranlagung mitbestimmt wird. Deswegen können Medikamente Neurodermitisschübe nicht heilen, sondern nur die Beschwerden lindern. Auch wenn die atopische Dermatitis nicht lebensbedrohlich ist, beeinträchtigt sie die Lebensqualität der Betroffenen teils erheblich.

Meiden Sie Ihre persönlichen Auslöser

Die Beschwerden der Neurodermitis treten in Schüben auf, die teilweise von Umwelteinflüssen ausgelöst werden. Zu diesen zählen ungeeignete Hautreinigungsmittel, kratzende oder scheuernde Kleidung, Waschmittelrückstände in Textilien, extreme Kälte, Wärme und Trockenheit oder Reizstoffe wie Kosmetika sowie Schweiß. Daneben tragen psychische Faktoren wie Stress, Schlafmangel oder Erschöpfung zu einem akuten Neurodermitisschub bei. Liegt bei Betroffenen eine Veranlagung von Allergien vor, führen auch Hausstaubmilben, Blütenpollen oder Tierhaare zu Schüben.

Da die Auslöser individuell verschieden sind, ist es wichtig, die persönlichen Trigger zu kennen. Sind Ihnen diese nicht bekannt, notieren Sie sich am besten nach Auftreten der ersten Symptome eines erneuten Schubs die Details, die als Risikofaktoren in Frage kommen können. Diese Liste führen Sie bei jedem Schub fort. Mit der Zeit gewinnen Sie genügend Informationen, anhand derer sie Faktoren ausschließen und andere in die Nähere Auswahl ziehen können. Dies ist eine nicht einfache aber langfristig hilfreiche Methode, um die eigenen Neurodermitistrigger herauszufinden. Denn das Meiden der persönlichen Risikofaktoren ist eine wirksame Maßnahme, um einen bestehenden Schub zu behandeln, dessen Verschlimmerung zu verhindern oder einem erneuten vorzubeugen.

Fettige oder feuchte Umschläge

Die Behandlung der Symptome konzentriert sich in leichten Fällen auf die lokale Anwendung von Medikamenten. Die Wahl des richtigen Mittels unterscheidet sich je nach Art, Stadium, Schweregrad und Auftretungsort des Ekzems. Auch Ihren Hauttyp sollten Sie bei der Selbstmedikation berücksichtigen. Die Apothekerin Winterhagen empfiehlt sowohl bei der Behandlung von akuten, nässenden als auch von chronischen, trockenen und schuppigen Ekzemen die Anwendung von Umschlägen. Die Zusammensetzung des Präparats orientiert sich grundsätzlich an dem Gesetz „feucht auf feucht, fett auf trocken“. Bei akut nässenden Ekzemen bilden kühles Wasser, gerbstoffhaltiger Schwarztee oder Zubereitungen mit hohem Wasseranteil die Grundlage. Bei chronischen, trockenen und schuppigen Ekzemen eignen sich fettreiche Wasser-in-Öl-basierte Zubereitungen. Ihr Apotheker berät Sie gerne bei der Wahl des für Sie geeigneten Mittels. Teilen Sie ihm mit, wenn Sie bei Ihnen eine Veranlagung für Allergien besteht. Gerne mischt er Ihnen Präparate selbst.

Rezeptfreie kortisonhaltige Salben

Darüber hinaus helfen lokal aufgetragene, kortisonhaltige Salben, um leichte Entzündung im Rahmen einer Neurodermitis zu behandeln. Tragen Sie sie am besten abends auf, denn dann wirken sie am besten. Für Betroffene ab sechs Jahren sind Präparate in niedrigeren Dosen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Für jüngere Kinder stehen diese Mittel nur nach ärztlicher Absprache zur Verfügung. Tragen Sie kortisonhaltige Salben nur kurzfristig und im Wechsel mit einem wirkstoffreichen Basispräparat auf. Denn Kortison dünnt die Haut auf Dauer aus und ist reich an Nebenwirkungen. Die Wahl des richtigen Präparats richtet sich nach Lokalisation, Schweregrad und Akuität des Ekzems. Sprechen Sie deshalb die Auswahl und die Medikation mit Ihrem Apotheker ab.

Hilfe gegen den Juckreiz

Starker Juckreiz tritt als Hauptsymptom in allen Altersklassen auf und belastet die Betroffenen teils erheblich. Geben Sie dem Reiz zu oft nach, besteht die Gefahr, dass das Abklingen des Schubs deutlich verzögert oder ein neuer Schub ausgelöst wird. Auch, wenn es schwer fällt, sollten Sie deshalb dem Kratzen widerstehen. Schneiden Sie sich am besten Ihre Fingernägel kurz. Wenn Sie einmal doch nicht dem Verlangen widerstehen, vermeiden Sie so Verletzungen und dadurch mögliche Infektionen. Einfaches Kühlen reicht manchmal, um den Juckreiz zu lindern. Darüber hinaus empfehlen die Apothekerinnen eine Hautpflege mit lipidreichen oder harnstoffhaltigen Produkten. Harnstoff ist ein natürlicher Bestandteil der oberen Hautschicht, der für eine ausreichende Feuchtigkeit der Haut sorgt und vor Trockenheit schützt.

Wenn Sie weiterhin der Juckreiz plagt, erhalten Sie in der Apotheke juckreizlindernde Präparate. Bei starken Beschwerden sollten Sie das Ekzem von einem Arzt abklären lassen. Reicht eine Lokalbehandlung nicht mehr aus, entscheidet der Arzt über die Gabe von Medikamenten, deren Wirkstoffe über den Blutkreislauf im Körper verteilt werden.

Basistherapie ist das A und O

Eine regelmäßig sorgfältige Hautpflege ist ein weiterer Grundpfeiler der Neurodermitisbehandlung. Mit den richtigen Produkten zur Reinigung und Pflege der Haut verbessern Sie langfristig Ihren Hautzustand und beugen so einem erneuten Schub vor.
Tipp: Je trockener die Haut, desto höher muss der Fettgehalt der Pflegeprodukte sein.

Bei der Hautreinigung und -pflege sollten Sie folgendes beachten:

  • Achten Sie auf Produkte, die auf Ihren Hauttyp und die saisonalen Bedingungen zugeschnitten sind.
  • Verzichten Sie auf Produkte mit Duft-, Farb- und Konservierungsstoffen sowie auf Emulgatoren.
  • Verwenden Sie keine Seife. Zur Reinigung der Haut eignen sich pH-neutrale Waschsyndets oder medizinische Ölbäder sowie rückfettende Duschöle.
  • Tupfen Sie sich nach dem Duschen oder Baden behutsam trocken, anstatt die Haut zu rubbeln.
  • Verwenden Sie spezielle Pflegeprodukte, denn diese enthalten bereits die Bestandteile wie Harnstoff, Glycerin oder Linol- und Linolensäure, von denen Neurodermitishaut zu wenig enthält.
  • Hinweis: Kleine Kinder reagieren oft empfindlich auf Harnstoff. Probieren Sie die Produkte deshalb zuerst nur an kleinen Stellen bei Ihrem Kind aus und beobachten Sie die Hautreaktion, bevor Sie das Mittel für größere Bereiche verwenden.
  • Meiden Sie übertriebenes Waschen, Duschen und Baden, denn durch den zusätzlichen Wasserkontakt verliert die Haut zusätzlich an Feuchtigkeit.
  • Kommen Sie berufsbedingt mit Wasser und aggressiven Reinigungsmitteln in Kontakt, verwenden Sie stets Handschuhe oder Schutzkleidung. Pflegen Sie Ihre Haut während oder nach der Arbeit mit rückfettenden Präparaten.

Quellen:

Ines Winterhagen: Extrem gereizt. Ekzeme erkennen und behandeln - ob allergisch oder nicht-allergisch. Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 35, August 2015, S.30-34.

Claudia Kubat: Im Teufelskreis von Jucken und Kratzen. Neurodermitis und Schuppenflechte. PTA-heute, Heft 13+14, Juli 2015, S.32-35.

| Von: Julia Schmidt/Claudoa Kubat/PTA-heute/Ines Winterhagen/DAZ; Bildrechte: Tharakorn/Shutterstock
Heilpflanzen wirken der Unausgeglichenheit in den Wechseljahren entgegen.

Heilpflanzen bei Unausgeglichenheit

Beschwerden in Wechseljahren lindern

Gereizt, nervös und depressiv verstimmt? Psychische Beschwerden machen Frauen in den Wechseljahren zu schaffen. Doch gegen die Unausgeglichenheit sind Kräuter gewachsen. Welche das sind und wie Sie sie anwenden, erfahren Sie hier.

Nach der Pubertät sind die Wechseljahre (Klimakterium) zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr die zweite Lebensphase, in der Frauen eine einschneidende Veränderung ihres Körpers erfahren. Grund dafür ist eine erneute Hormonumstellung, die den Übertritt der Frau in das höhere Alter, das Senium, markiert. In dieser Zeit nimmt die Funktion der Eierstöcke ab, sodass immer weniger weibliche Geschlechtshormone produziert werden.

Psychische Beschwerden während der Wechseljahre

Die Umstellung des Hormonhaushalts bewirkt nicht nur physische, sondern auch psychische Beschwerden. Vor allem in der Menopause leiden Frauen unter Reizbarkeit, Nervosität und depressiven Verstimmungen. Das sexuelle Verlangen lässt nach, Schlafstörungen und Ängste treten auf. Die Beschwerden können bei Frauen zwischen sechs Monaten und drei Jahren andauern und werden von jeder Frau als unterschiedlich belastend wahrgenommen.

Johanniskraut, Melisse und Passionsblume

Zur Linderung der Beschwerden empfiehlt der Apotheker und Autor Mannfried Pahlow eine Reihe von Methoden, wie Frauen die hormonell bedingte Unausgeglichenheit mit pflanzlichen Mitteln lindern. Beabsichtigen Sie, eine oder mehrere dieser Empfehlungen bei sich anzuwenden, sollten Sie Ihren Haus- beziehungsweise Frauenarzt darüber informieren. Eine Behandlung im Rahmen der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) kann eine schulmedizinisch Therapie nicht ersetzen, sondern nur begleiten. Speziell für die Behandlung von Unausgeglichenheit betont Pahlow die beruhigende Wirkung der Heilpflanzen Johanniskraut, Melisse, Passionsblumenkraut, Baldrian und Kamille.

Heublumen-Bad zum Entspannen

Wer kennt nicht die entspannende und beruhigende Wirkung von Bädern? Um der Unausgeglichenheit in den Wechseljahren entgegenzuwirken, empfiehlt Pahlow ein Bad mit Heublumen.

Zubereitung: Übergießen Sie 300 bis 500 g Heublumen mit 5 l Wasser, bringen Sie es zum Ersieden und kochen Sie es 15 min aus. Anschließend die Pflanzenreste abseihen und den Sud dem Badewasser hinzufügen.

Anwendung: Nehmen Sie 2 Mal pro Woche 1 Sitz- oder Vollbad. Achten Sie auf eine Wassertemperatur von 37 bis 38 Grad Celsius. Der Apotheker empfiehlt, das Heublumen-Bad 10 min zu nehmen und anschließend zu ruhen.

Johanniskraut zur Beruhigung

Bereits seit 1814 wird Johanniskraut zur Beruhigung der Nerven und gegen leichte bis mittelschwere Depressionen angewendet. Besonders in Form von Tee ist die Einnahme dieser Heilpflanze beliebt. Der Apotheker rät zu einer Teekur von 4 bis 6 Wochen, denn erst ab diesem Zeitraum wirkt sich das Pflanzenextrakt positiv auf die psychische Verfassung der Betroffenen aus: Die Stimmungslage hellt sich deutlich auf und Nervosität und Schlafstörungen lassen nach.

Hinweis: Johanniskraut erhöht die Sensibilität der Haut gegenüber Sonnenlicht. Meiden Sie bei der Einnahme von Johanniskraut deshalb den direkten Kontakt mit praller Sonne und achten Sie auf einen möglichst kurzweiligen Aufenthalt im Sonnenlicht. Höhensonnen- und Solarbestrahlung sind in dieser Zeit Tabu.

Tee mit Johanniskraut

Zubereitung: Übergießen Sie 2 gehäufte Teelöffel Johanniskraut mit ¼ l siedendem Wasser. Lassen Sie den Tee 5 bis 10 Minuten ziehen und rühren Sie ihn gelegentlich um. Anschließend seihen Sie die Pflanzenextrakte ab.

Anwendung: Trinken Sie innerhalb von 4 bis 6 Wochen 2 bis 3 Tassen Tee täglich. Am besten trinken Sie ihn lauwarm und zwischen den Mahlzeiten.

Teemischungen mit Johanniskraut

Zutaten der ersten Teemischung:

•    30 g Johanniskraut
•    30 g Melissenblätter
•    30 g Passionsblumenkraut
•    10 g Baldrianwurzeln

Zutaten der zweiten Teemischung:

•    20 g Johanniskraut
•    20 g Melissenblätter
•    20 g Kamillenblüten
•    10 g Baldrianwurzeln
•    10 g Lavendelblüten
•    10 g Orangenblüten
•    10 g Hagebuttenfrüchte ohne Samen

Zubereitung: Übergießen Sie 3 gehäufte Teelöffel der Teemischung mit ¼ l siedendem Wasser. Lassen Sie ihn 5 bis 10 Minuten ziehen und rühren Sie ihn gelegentlich um. Anschließend die Pflanzenextrakte abseihen.

Anwendung: Trinken Sie die Teemischungen innerhalb von 4 bis 6 Wochen in Form von 2 bis 3 Tassen täglich. Nehmen Sie ihn lauwarm und zwischen den Mahlzeiten zu sich.


Quelle: Wechseljahre. Symptome und ihre Behandlung. In: „Heilpflanzen. Sanfte Behandlung von Alltagsbeschwerden“. Mannfried Pahlow. 2. Aufl. Stuttgart: S. Hirzel Verlag Stuttgart, 2009, S. 146-148.

| Von: Julia Schmidt; Bildrechte: racorn/Shutterstock
Ist das Trommelfell im Zuge einer akuten Mittelohrentzündung gerissen, hören die Ohrenschmerzen schlagartig auf.

Selbsthilfe bei Mittelohrentzündung

Tipps für die Behandlung von Kindern

Eine akute Mittelohrentzündung ist eine typische Kinderkrankheit. Gerade in der nasskalten Jahreszeit, wenn Schnupfnasen wieder Hochsaison haben, ist das Risiko groß. Wie Eltern die Entzündung erkennen und die ärztliche Behandlung begleiten.

Unter einer akuten Mittelohrentzündung (AMO) wird die ein- oder beidseitige Entzündung der Schleimhäute im Mittelohr verstanden. Oft geht ihr ein Infekt des Nasen-Rachen-Raumes voraus. Ursächlich sind meist Viren, die einen Schnupfen auslösen. Diese steigen aus dem Nasenrachen über die Ohrtrompete in das Mittelohr, oft gefolgt von Bakterien. Dort siedeln sich die Krankheitserreger an und lösen eine Entzündung der Schleimhäute aus.

Vor allem Kinder bis sechs Jahren sind betroffen

Die Ohrtrompete von Kindern ist kürzer und weiter als die von Erwachsenen und somit anfälliger für Entzündungen. Deshalb ist die Mittelohrentzündung eine der häufigsten Kinderkrankheiten. Vor allem Säuglinge und Kleinkinder bis zum sechsten Lebensjahr sind betroffen. Obwohl sie ab diesem Alter seltener wird, tritt sie grundsätzlich in jedem Alter auf.

Woran Eltern eine akute Mittelohrentzündung erkennen

Eine akute Mittelohrentzündung löst stark stechende, pulsierende und klopfende Ohrenschmerzen aus. Sie treten abrupt und vor allem abends und nachts auf. Fieber, Schwerhörigkeit, Erkältungsbeschwerden und Durchfall begleiten die Schmerzen. Auch ein schlechtes Allgemeinbefinden mit Unruhe, Abgeschlagenheit und Reizbarkeit sind Anzeichen einer akuten Mittelohrentzündung.

Darüber hinaus erkennen Eltern die Kinderkrankheit am Verhalten ihres Nachwuchses: Reiben am Ohr, verweigertes Trinken und häufiges Schreien sind typische Reaktionen auf die Beschwerden.

Erschrecken Sie nicht, wenn eitriges Sekret aus dem Ohr austritt. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Druck im Ohr auf das Trommelfell so groß gewesen ist, dass es gerissen ist. Folglich läuft die im Zuge der Entzündung produzierte Flüssigkeit nicht mehr in den Rachenraum ab, sondern nach außen. Der Riss führt zum Druckausgleich, sodass die Schmerzen schlagartig verschwinden. Das Trommelfell heilt innerhalb einiger Tage von selbst.

Medikamente gegen Schmerzen

Eine Mittelohrentzündung verursacht starke Schmerzen und teils hohes Fieber. Clemens Bilharz, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin, rät, die Beschwerden mit Standardanalgetika (Schmerzmittel) zu behandeln. Hierfür eignen sich Paracetamol und Ibuprofen. Paracetamol ist auch in Form von Zäpfchen erhältlich. Generell können jedoch alle Medikamente bei einigen Kindern Allergien mit teils schweren Folgen auslösen. Greifen Sie deshalb nur zu diesen Mitteln, wenn es notwendig ist.

Hinweis: Eltern sollten Medikamente mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) nur nach ärztlicher Anweisung Ihrem Kind geben. Dies gilt auch für Jugendliche. Es besteht die Gefahr, dass bei dem Kind nach Abklingen des viralen Infekts erste Anzeichen des Reye-Syndroms auftreten. Lang anhaltendes Erbrechen kann ein erstes Symptom für die seltene, aber im schlimmsten Fall tödlich verlaufende Krankheit sein. Gehen Sie bei ersten Anzeichen deshalb sofort mit Ihrem Kind zum Arzt.

Hinweise zu Ohrentropfen und Nasensprays

  • Verabreichen Sie Ihrem Kind ohne Anordnung des Arztes keine Ohrentropfen! Ist das Trommelfell noch nicht gerissen, gelangen diese nicht in das Mittelohr. Bei bereits defektem Trommelfell drohen Innenohrschäden.
  • Stecken Sie keine Watte in den Gehörgang, um den Ohrausfluss zu stoppen. Durch die Watte bildet sich eine feuchte Kammer, in der sich Krankheitserreger schnell vermehren.
  • Ist die Mittelohrentzündung im Zuge eines Schnupfens aufgetreten, können Sie Nasentropfen und -sprays anwenden. Diese bewirken zwar nicht das Abheilen der Mittelohrentzündung, führen jedoch zum Abschwellen der Nasenschleimhäute. Folglich kann Ihr Kind besser atmen und nachts schlafen. Zudem nimmt die Bereitschaft zu trinken wieder zu. Hat der Arzt die Arznei nicht verordnet, lassen Sie sich bei der Anwendung von Ihrem Apotheker beraten.

Antibiotika sind nicht immer sofort notwendig

Deutet alles auf eine akute Mittelohrentzündung ohne Komplikationen hin, heilt diese meist innerhalb weniger Tagen von selbst. Experten raten deshalb bei Kindern ab sechs Jahren, denen es einigermaßen gut geht, mit einer Gabe von Antibiotika ein wenig zu warten. Grundsätzlich sollten Sie jedoch mit Ihrem Kind zum Arzt gehen, um die individuelle Behandlung abzusprechen.

Verschlechtert sich der Allgemeinzustandes Ihres Kindes in den nächsten ein bis zwei Tagen oder nehmen die Ohrenschmerzen zu, verschreibt der Arzt in der Regel doch ein Antibiotikum. Bei Kindern unter sechs Jahren, Risikopatienten oder bei schwerer Mittelohrentzündung wird es meist sofort verabreicht. Halten Sie sich bei der Einnahme genau an die Anweisung Ihres Arztes. Grundsätzlich dauert die Anwendung fünf bis sieben Tage. Meist geht es dem Kind nach zwei bis drei Tagen wieder besser. Verabreichen Sie das Mittel trotzdem bis zum angegebenen Zeitpunkt, um einer Antibiotikaressistenz vorzubeugen. Auch Ihr Apotheker steht Ihnen jederzeit mit Rat zur Verfügung.

 Folgende Hausmittel helfen, um die Mittelohrentzündung zu behandeln

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genügend trinkt. Weigert es sich, versuchen Sie es mit seinem Lieblingsgetränk – auch, wenn es gegebenenfalls viel Zucker enthält. In diesem Fall Zähneputzen nicht vergessen.
  • Ein dickes Kissen für die Nacht erleichtert den Abfluss des Ohrensekrets
  • Achten Sie darauf, dass während des Badens oder Duschens kein Wasser in das entzündete Ohr gelangt. Schwimmbadbesuche sind Tabu.
  • Bestrahlen Sie das betroffene Ohr mit Wärme. Rotlicht, ein Traubenkernkissen oder eine Wärmflasche sind ideal. Auch ein Säckchen mit gehackten und abgekochten Zwiebeln, die in einem dünnen Tuch eingewickelt sind, lindert die Schmerzen.
  • Kalte Wadenwickel reduzieren das Fieber.

| Von: J. Schmidt/Clemens Bilharz/DAZ/BVKJ/hno-aerzte-im-netz.de/patientenleitlinien.de; Bildrechte: Image Point Fr/Shutterstock