Ratgeber

Mit einem starken Immunsystem kommen sie gesund durch den Herbst.

Immunsystem natürlich stärken

Grippe und Erkältung zuvor kommen

Bald ist wieder Herbst: Zeit der bunten Blätter und laufenden Nasen. Wer anfällig für Erkältung und Grippe ist, sollte jetzt seine Abwehr stärken. Was Homöopathen und Naturheilkundler zur Stärkung des Immunsystems empfehlen, lesen Sie hier.

Camphora – Klassiker der Homöopathie

Um viralen Infekten im Herbst und im Winter vorzubeugen, bietet die Homöopathie als Klassiker Camphora, den Kapferbaum. Die homöopathischen Tropfen werden aus der Rinde gewonnen. Sie regen den Kreislauf an, indem sie auf die Muskulatur der Blutgefäße wirken. Dadurch verbessern sich Durchblutung und Abwehrkraft. Ein Stück Würfelzucker versüßt den bitteren Kapfergeschmack. Am besten nehmen Sie 1 Tropfen in der Potenzierung D1 oder drei Tropfen D3 morgens, bevor Sie das Haus verlassen.

Camphora eignet sich auch zur Infektabwehr, wenn sich die Erkältung bereits ankündigt, zum Beispiel durch Frösteln, Unwohlsein, häufiges Niesen oder erstes Husten. In diesem frühen Stadium einer Erkältung nehmen Sie viertelstündig drei Tropfen in Wasser ein. Häufig können Sie den Infekt dadurch abmildern. Lagern Sie Camphora separat von anderen Homöopathika. Denn der Kapferbaum übt eine starke Strahlung auf andere Arzneimittel aus und kann diese in ihrer Wirkung beeinträchtigen. Für Kleinkinder und Säuglinge ist Camphora nicht geeignet.

Echinacea  verstärkt den Grippeschutz

Wer sich von einer Grippe schützen will, setzt am besten auf die jährliche Grippeschutzimpfung. Mit Extrakt aus den Wurzeln von Echinacea angustifolia (roter Sonnenhut) können Sie den Impfschutz durch die Grippeimpfung verbessern. In einer aktuellen Studie schützte die Grippeimpfung in Kombination mit der Einnahme dieses Extrakts effektiver als die Impfung allein. Wissenschaftler vermuten, dass Echinacea die Immunoglobine (Antikörper) positiv beeinflusst und dadurch das Immunsystem stärkt.

Um einem fiebrigen Infekt vorzubeugen, können Sie Echinacea längerfristig einnehmen. Legen Sie nach jedem dreiwöchigen Anwendungszyklus eine einwöchige Pause ein. In der Regel wird eine Potenz von D2 empfohlen, 3mal täglich eine Gabe. Ihr Apotheker berät Sie hinsichtlich der optimalen Potenzierung. Echinacea ist auch für Kinder geeignet.

Entzündungen vorbeugen

Eine Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und Vollkorngetreide senkt das Risiko für Entzündungen. Auch die wärmende, anregende Wirkung von Ingwer ist bekannt, seine entzündungshemmende Wirkung wissenschaftlich nachgewiesen. Ingwertee bringt die Abwehr in Schwung. Waschen und Schälen Sie ein Stück Ingwer, schneiden Sie es anschließend in 6 dünne Scheiben. Geben Sie diese nun in eine große Tasse und übergießen sie den Ingwer mit kochendem Wasser. Den Ingwer zehn Minuten im Wasser ziehen lassen, anschließend herausfischen. Nach Belieben Zucker, Honig oder etwas Zitronensaft in den Tee geben.

Als Unterstützung: Abhärten mit Wasser

Die Wirkung der Homöophatika und Extrakte können Sie mit Wasseranwendungen unterstützen. Kneippsche Güsse (Wechselbäder) sollen – regelmäßig angewendet – abhärtend und stärkend wirken. Die wechselwarmen Anwendungen trainieren die Gefäßmuskulatur, regen die Durchblutung an und bewirken die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe des Immunsystems.  Achten Sie darauf, dass der Wechsel tatsächlich zwischen warm und kalt stattfindet, nicht zwischen heiß und kalt. Sonst ist die Wirkung verringert. Beenden Sie die Wechselbäder stets mit einer kalten Anwendung, damit sich die Gefäße wieder zusammen ziehen.

Frische Luft, Bewegung und ausreichend Schlaf verbessern das Allgemeinbefinden zusätzlich. Wer es langsam angehen will, kann es mit Spaziergängen an der frischen Luft versuchen. Nach ausreichender Bewegung schläft man in der Regel auch gut. Also werden Sie aktiv, um gesund zu bleiben!

| Von: Sandra Göbel; Bildrechte: Monkey Business Images/Shutterstock
Bei Kopflausverdacht die Haare mit einem Läusekamm auskämmen.

Was hilft gegen Kopfläuse?

Kopfläuse effektiv bekämpfen

Mit dem Ferienende beginnt die Reisezeit der Kopfläuse. Denn Kita und Schule bieten den Parasiten ideale Verbreitungsmöglichkeiten. Vorbeugen lässt sich einer Ansteckung kaum. Doch mit der richtigen Behandlung ist man die ungebetenen Gäste bald wieder los. Ein Überblick über Läusemittel und ihre Anwendung.

Kopfläuse sind blutsaugende Insekten, die eine Größe von bis zu 3,5 Millimetern erreichen. Eigentlich sind sie harmlos, denn Krankheiten übertragen sie hierzulande nicht. Allerdings können ihre Bisse jucken und Läuse rufen bei vielen Menschen Ekel oder Scham hervor. Doch entgegen des verbreiteten Vorurteils sind die Parasiten kein Anzeichen mangelnder Haarhygiene. Eher im Gegenteil: In den letzten Jahren deuteten mehrere Studien an, dass Läuse gewaschenes Haar bevorzugen.

Wie kommt die Laus auf den Kopf?

Auf dem Kopf fühlen sich Läuse am wohlsten, denn dort herrscht ihre Lieblingstemperatur von 28-32°C. Außerhalb des Kopfes überleben sie nur wenige Stunden bis zu zwei Tage, da sie kein Blut mehr saugen können und austrocknen. Von alten Hüten und Helmen geht deshalb keine Lausgefahr aus. Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen von Kopf zu Kopf, etwa beim Umarmen oder Spielen mit engem Körperkontakt. Haustiere übertragen keine Kopfläuse. Eine Lausübertragung über Gegenstände wie Kämme oder Mützen ist selten, aber möglich, wenn diese innerhalb von zwei Tagen gemeinsam genutzt werden. Läuse bewegen sich lediglich durch Krabbeln fort. Von Kopf zu Kopf springen, wie ein Floh, kann die Laus dagegen nicht. Das ist auch nicht nötig. Denn einmal eingerichtet, findet sie vor Ort alles, was sie zum Leben braucht: Blut.

Anzeichen für Lausbefall

Alle zwei bis drei Stunden sticht die Laus ihr Mundwerkzeug in die Kopfhaut, um an den roten Saft zu kommen. Der Kopfhautbesitzer merkt davon nichts. Nur wenn die Wunde sich infiziert oder die Kopfhaut durch das Speicheldrüsensekret der Laus gereizt wird, stellt sich ein Juckreiz ein. Papeln (Knötchen) und Quaddeln (Bläschen) können sich an der Einstichstelle bilden, bevorzugt hinter den Ohren, am Hinterkopf und im Nacken. Heftiges Kratzen fördert Krusten oder eine bakterielle Infektion. Juckreiz gilt als ein typisches Anzeichen für Lausbefall. Doch nur 14-36 Prozent der Betroffenen entwickeln ihn. Die Annahme ‚wer sich nicht juckt hat keine Läuse‘, gilt deshalb nicht.

Zuverlässige Diagnose mit dem Läusekamm

Wie lässt sich ein Lausbefall zuverlässig erkennen? Ein gründlicher Blick auf den Kopf gibt einen ersten Hinweis. Achten Sie auf gelbliche bis mittelbraune Läuseeier direkt am Haaransatz. Nach dem Schlüpfen haften die weißen, leeren Eierhüllen (Nissen) etwa einen Zentimeter entfernt von der Kopfhaut am Haar an. Die weißen, leeren Hüllen sind in der Regel deutlicher zu erkennen als die entwicklungsfähigen Eier, beweisen allerdings keinen aktiven Befall. Massenbefälle mit Läusen gibt es in Deutschland in der Regel nicht. Bei den meisten Betroffenen befinden sich weniger als zehn Läuse auf dem Kopf. So eine kleine Anzahl übersieht man leicht. Bei der optischen Inspektion werden deshalb rund 29 Prozent der Fälle bei Kindern übersehen.

Um zuverlässig zu testen, ob ein Lausbefall vorliegt, sollten Sie die Haare feucht Auskämmen. Tragen Sie dazu auf das nasse Haar eine handelsübliche Pflegespülung auf. Diese nicht ausspülen! Teilen Sie dann das Haar mit einem normalen Kamm in einzelne Strähnen auf. Ziehen Sie anschließend einen Läusekamm systematisch durch jede Strähne hindurch, jeweils von der Kopfhaut bis zur Spitze. Der Läusekamm hat parallele Zinken mit einem besonders engen Abstand von 0,2 Millimetern, sodass Läuse und Nissen daran haften bleiben. Streichen Sie nach jedem Zug, die am Kamm anhaftenden Reste der Pflegespülung, an einem weißen Tuch oder Küchenpapier ab. Auf dem weißen Untergrund können Sie Kopfläuse gut erkennen. Falls ein Lausbefall vorliegt, haben Sie praktischerweise die ersten Läuse direkt beim Auskämmen entfernt!

Wenn die Diagnose steht, informieren Sie als Erstes den Kindergarten oder die Schule sowie die Freunde des Kindes. Denn die Läusebehandlung ist eine Gemeinschaftsangelegenheit.

Läusemittel: Qual der Wahl

Neben dem Läusekamm gibt es verschiedene Medizinprodukte für die Läusebekämpfung, etwa Shampoos, Lösungen, Öle oder Sprays. Sie werden örtlich angewendet. Ihre Einwirkzeit ist je nach Produkt verschieden. Um die Wirkung zu gewährleisten, sollten Sie sich genau an die Anwendungshinweise des Produkts halten. Gerne empfiehlt Ihnen Ihr Apotheker ein geeignetes Produkt und berät Sie zur korrekten Anwendung. Viele der Läusemittel werden bis zum vollendeten 12. Lebensjahr von der Krankenkasse erstattet, bei Entwicklungsstörungen des betroffenen Kindes sogar bis zum 18. Lebensjahr. Grundsätzlich unterscheidet man die Gruppe der Insektizide von den physikalisch wirkenden Mitteln und den pflanzlichen Wirkstoffen. 

  • Neurotoxische Insektizide greifen das Nervensystem der Läuse an. Sie vernichten Läuse und ihre Larven zuverlässig, sind jedoch umstritten, da sie die Haut reizen können. Zudem können Läuse gegen die Insektizide Resistenzen entwickeln, sodass die Mittel nicht mehr wirken.
  • Physikalisch wirkenden Mittel verkleben die Atemöffnungen der Läuse und führen dazu, dass die Läuse ersticken. Richtig angewendet wirken sie sehr zuverlässig und sind aufgrund ihrer besseren Verträglichkeit eine gute Alternative zu den neurotoxischen Insektiziden. Darüber hinaus drohen bei physikalisch wirkenden Mitteln keine Resistenzen. Viele Präparate, die als Wirkstoff Dimeticone enthalten, sind jedoch leicht entflammbar. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, dass sie die Haare während der Einwirkzeit von Zündquellen wie Zigaretten oder Föhne fernhalten.
  • Viele pflanzliche Produkte setzen dagegen auf ätherische Öle, wie Kokosöl oder Anisöl. Sie haben unterschiedliche Wirkmechanismen. Die Wirksamkeit der pflanzlichen Produkte ist bislang jedoch nicht ausreichend belegt. In Einzelfällen können sie die Haut reizen oder Allergien hervorrufen.

Wiederholung der Behandlung: Welche Abstände werden empfohlen?

Das Timing ist entscheidend – was für vieles im Leben gilt, gilt auch für die Läusebekämpfung. Denn es kommt darauf an, alle geschlüpften Larven zu erwischen. Mit einer einzelnen Behandlung können Sie das in der Regel nicht erreichen. Setzen Sie deshalb auf Wiederholung. Wer grundsätzlich auf „Chemie“ verzichten möchte, kann das Auskämmen mit dem Läusekamm als alleinige Behandlungsmethode wählen. Verdünnte Säuren (ca. 15 ml Essig pro Liter Wasser) verbessern die Kämmbarkeit des Haares. Erfolgsversprechender ist jedoch eine Kombination aus Auskämmen und örtlich anzuwendenden Medizinprodukten, wie Shampoos oder Lösungen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt das folgende Behandlungsschema:

  • Tag 1: Mit einem Medizinprodukt örtlich behandeln und anschließend die Haare nass mit einem Läusekamm auskämmen.
  • Tag 5: Die Haare nass mit einem Läusekamm auskämmen, um die erste Generation an neu geschlüpften Larven zu entfernen.
  • Tag 9: Mit einem Medizinprodukt örtlich behandeln, um die zweite Generation an Larven zu entfernen.
  • Tag 13: Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen.
  • Tag 17: Eventuell letzte Kontrolluntersuchung durch nasses Auskämmen – vor allem, wenn Sie in der Woche vorher noch vereinzelt Läuse oder Eier gefunden haben.

Schlägt die Läusebehandlung nicht an oder entzündet sich die Kopfhaut, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Auch nach erfolgter Behandlung ist es ratsam, die Kopfhaut jeden Tag auf Lausbefall zu inspizieren, um „Behandlungsversager“ und Wiederansteckung möglichst früh zu entdecken – zumindest solange, bis die Epidemie im Kindergarten oder in der Schule abgeklungen ist.

Quelle: Schlenger, Ralf: Lausige Zeiten. Deutsche Apotheker Zeitung Nr. 35. 155. Jahrgang, S. 46-52

| Von: Sandra Göbel; Bildrechte: Goodluz/Shutterstock
Lästige Blähungen bei Kinder lassen sich gut mit homöopathischen Arzneimittel lindern.

Blähungen bei Kindern

Homöopathische Hilfe bei Bauchgrummeln

Windige Geräusche werden bei Kindern oft mit einem liebevollen Lächeln registriert. Häufen sich diese und treten weitere Magen-Darm-Beschwerden hinzu, sind Blähungen zu behandeln. Wie sich die Beschwerden bei Kindern äußern und Sie sie homöopathisch lindern.

Blähungen – Ursachen und Beschwerden

Blähungen sind nur selten Zeichen einer ernsthaften Krankheit. Meist treten sie bei ungünstigen Ess- und Lebensgewohnheiten auf. Dadurch ist eine erhöhte Menge an Gasen im Darm vorhanden. Während ein Teil der Gase über das Blut abtransportiert und über die Lunge ausgeatmet wird, gelangt der Rest über den After als Windabgang aus dem Körper. Die erhöhte Menge an Gasen kommt zum einen durch das Verschlucken von Luft zustande. Dies geschieht vor allem bei der Aufnahme von Speisen und Getränken, beim zu hastigen Verzehr der Nahrungsmittel oder in Angst- und Stresssituationen. Zum anderen werden bei der Verdauung bestimmter Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln oder Vollkornprodukten Gase freigesetzt. Auch koffein-, alkohol- und kohlensäurehaltige Getränke können Blähungen verursachen.

Blähungen – Winde, Grummeln und Rumoren

Blähungen äußern sich durch ein unangenehmes Völle- und Druckgefühl, einen aufgeblähten und teilweise schmerzenden Bauch, rumorende Geräusche und vor allem durch einen stärkeren Abgang von Winden (Flatulenz). Insbesondere Kinder leiden vermehrt unter Verdauungsbeschwerden wie schmerzhaften Bauchkrämpfen, die unter Umständen länger anhalten können.

Um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen und die Ursache vermehrter Blähungen in Erfahrung zu bringen, sollten Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen. Vor allem, wenn es unter stärkeren Schmerzen im Bauch und Darmbereich und Fieber über 38 °C leidet. Um ergänzend zur schulmedizinischen Behandlung die Beschwerden Ihres Kindes zu lindern, lesen Sie hier allgemeine und homöopathische Tipps der Pharmazeutin Dr. Bergner, wie sie sie in der PtA-heute vorstellt.

Dreimonatskoliken bei Neugeborenen

20 Prozent der Babys leiden in den ersten drei Lebensmonaten unter sogenannten Dreimonatskoliken. In dieser Zeit haben sie heftige Schreiattacken und sind von starker Unruhe geprägt. Die genauen Ursachen hierfür sind noch unklar. Häufig werden die Neugeborenen dabei von Bauchkrämpfen und Blähungen geplagt. Um die Beschwerden des Babys zu lindern, empfiehlt Dr. Bergner, dass Baby in ruhiger Umgebung erst trinken und dann aufstoßen zu lassen. Um die Aufnahme von Luft beim Füttern zu vermeiden, ist ein Schütteln der Flasche vor dem Füttern zu vermeiden. Anstatt dessen reicht hier ein leichtes Schwenken der Flasche. Lassen Sie sie dann ein paar Minuten stehen, damit sich die übrigen Luftblasen auflösen. Auch das richtige Saugloch der Flasche ist entscheidend. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Apotheker beraten.

So beugen Sie Blähungen vor und lindern die Beschwerden

  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind ohne Stress isst und die Nahrung gründlich kaut
  • Geben Sie Ihrem Kind keine kohlensäurehaltigen Getränke zu trinken
  • Reichen Sie Ihrem Kind stark blähende Lebensmittel nur in Maßen
  • Achten Sie auf ausreichend Bewegung ihres Kindes, damit der Darm in Schwung kommt
  • Kochen Sie Ihrem Kind Fenchel-, Anis- oder Kümmeltee
  • Streicheln oder massieren Sie vorsichtig den Bauch ihres Kindes. Auch Wärme wirkt sich lindernd auf die Bauchschmerzen aus.

Homöopathische Hilfe gegen Blähungen

Zur Linderung von Blähungen gibt es einige homöopathische Präparate, die sich auch für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern eignen. Sprechen Sie die Anwendung jedoch vorher mit Ihrem Kinderarzt ab. Die Apothekerin Dr. Bergner empfiehlt homöopathische Präparate mit Gelbem Enzian, Wacholder, Kamille und Wermut. Insbesondere eine Kombination dieser Wirkstoffe lindert sanft die Beschwerden, sodass sie schon ab dem ersten Lebenstag einsetzbar ist. In akuten Fällen wird diese dann alle halbe bis ganze Stunde verabreicht. Dauern die Beschwerden an, reicht die Gabe ein bis dreimal am Tag. Falls ihr Kind unter einem starken Blähbauch und heftigem Abgang von Winden leidet, erweist sich Carbo vegetabilis D 12 als Mittel der Wahl. Die Pharmazeutin empfiehlt dies auch gegen häufigen Schluckauf. Je nach Alter Ihres Kindes unterscheiden sich die Anzahl der Globuli. Um das geeignetste Präparat für Ihr Kind zu wählen und Einzelheiten über die Anwendung und Dosierung zu erfahren, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Anthroposophische Arzneimittel gegen Blähungen

Anthroposophische Arzneimittel aktivieren die Selbstheilungskräfte des Körpers und werden als ergänzende Therapie zur schulmedizinischen Behandlung eingesetzt. Die Pharmazeutin empfiehlt Kinderzäpfchen, die aus flüssigem Kümmelextrakt sowie aus den Wirkstoffen Tollkirsche, Kamille und Tabak in homöopathischen Dosen bestehen. Die Kinderzäpfchen sollen die Verdauungsfunktionen stärken und die Produktion von Gasen reduzieren.

Quelle: Dr. Annina Bergner: Wenn´s im Bauch grummelt… Blähungen bei Kindern. In: PTA-heute, Heft 24, Dezember 2014, S. 78-82.

| Von: Julia Schmidt/ Dr. Annina Bergner/ PTA-heute; Bildrechte: DmitriMaruta/Shutterstock
Bei Rosazea bringt eine regelmäßige und sorgfältige Hautpflege bereits viel.

Sonne und Hitze fördern Rosazea

Beschwerden der Gesichtsröte lindern

Als Mitauslöser der Rosazea gilt ein langer und ungeschützter Aufenthalt in der Sonne bei erhöhten Temperaturen. Was Sie beim Genießen des Sommers beachten müssen und wie Sie die Beschwerden der chronischen Hauterkrankung lindern.

Das lateinische Wort Rosazea bedeutet so viel wie „kleine Rosenblüten“ und bezeichnet eine chronische Hauterkrankung, die vor allem im Gesicht auftritt. Doch entgegen der mit dem Namen verbundenen Assoziationen fühlen sich die Betroffenen von der Gesichtsröte nicht geziert: Die überwiegend bei Erwachsenen ab der zweiten Lebenshälfte auftretenden Entzündungen der Haut und ihrer Blutgefäße plagen Frauen wie Männer mit Stechen, Brennen, trockener Haut sowie Juckreiz. Laut Studienergebnisse sind 2 bis 5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen, insbesondere Menschen mit hellhäutiger und lichtempfindlicher Haut.

Beschwerden bei Rosazea

Die Hauterkrankung Rosazea entwickelt sich in drei Stadien und nimmt einen chronisch-schubhaften Verlauf: In der ersten Phase treten Hautrötungen, sogenannte Erytheme, auf Wangen, Nasenflügeln, Kinn und Stirn beider Gesichtshälften auf. In seltenen Fällen finden sie sich auf der Kopfhaut sowie am Nacken. Die Betroffenen leiden unter trockener und teilweise schuppiger Haut. Im zweiten Stadium kommen gerötete Bläschen (Pusteln) und Knötchen (Papeln) hinzu, die unbehandelt über Wochen bestehen bleiben. Im schlimmsten Fall drohen im dritten Stadium knollige Wucherungen an der Nase, aber auch am Kinn, Stirn oder am Ohr – sogenannte Phyme. Diese treten jedoch überwiegend bei Männern auf. Sonderformen der Rosazea sind die Rosazea fulminans während der Schwangerschaft und Steroid-Rosazea.

Die Apothekerin Dr. Beate Fessler gibt in der Deutschen Apotheker Zeitung Tipps, wie Betroffene mit der Diagnose Rosazea ihre Beschwerden begleitend lindern. Weiterhin erteilt sie Auskunft über gängige Wirkstoffe, die vom Hautarzt zur Behandlung verschrieben werden. Lassen Sie sich jedoch zur Wahl, Anwendung, Risiken und Nebenwirkung der Medikamente von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.

Risikofaktoren meiden

Die Ursachen der chronischen Hauterkrankung sind noch nicht abschließend geklärt. Grundsätzlich gelten äußerliche Reize wie häufige und lange Einwirkungen von Kälte-, Hitze- und Sonne sowie bestimmte Kosmetika als Mitauslöser. Auch innere Reize wie scharfe und heiße Speisen und Getränke, Alkoholkonsum und psychischer Stress fördern die Ausbildung von Rosazea. Welche Faktoren bei der Entstehung tatsächlich beteiligt sind, ist individuell unterschiedlich. Sind Ihnen Ihre Risikofaktoren noch nicht bekannt, so sollten Sie verstärkt darauf achten. Grundsätzlich rät Dr. Fessler den Betroffenen dazu, diese Trigger konsequent zu meiden.

Haut sorgfältig und regelmäßig reinigen

Die leicht reizbare und empfindliche Haut erfordert sowohl am Morgen als auch am Abend eine gewissenhafte Reinigung und Pflege. Dabei am besten auf aggressive Reinigungssubstanzen und alkalische Seifen verzichten. Denn letztere erhöhen den pH-Wert, was eventuell zu Hautirritationen führt. Aus demselben Grund rät Dr. Fessler von wasserfesten Kosmetika und solchen mit Fruchtsäure, Konservierungsmitteln sowie Farb- und Duftstoffen ab. Stattdessen empfiehlt die Pharmazeutin medizinische Seifen (Syndets) mit speziellen Wirkstoffen, die die Haut sanft reinigen und nicht austrocknen. Greifen Sie grundsätzlich auf Pflegeprodukte zurück, die auf Ihren Hauttyp zugeschnitten sind. Die Apotheke bietet verschiedene Produkte an, die speziell für empfindliche und zu Rötungen neigender Haut entwickelt worden sind. Ihr Apotheker berät Sie, welche Syndets und Pflegeprodukte für Sie in Frage kommen.
Darüber hinaus schützen Sie Ihre Haut im Sommer grundsätzlich mit einem geeigneten Sonnenschutz vor der Sonne. Denn die UV-Strahlung fördert die Ausbildung und Entwicklung der Rosazea.

Auf Ernährung achten

Eine spezielle Diät gibt es nicht. Heiße und scharfe Speisen und Getränke sowie Kaffee und schwarzer Tee können jedoch die Symptome auslösen beziehungsweise verstärken. Daher ist es am besten, wenn Sie diese Nahrungsmittel sowie alle anderen, die Sie ebenfalls in Verbindung mit den Beschwerden bringen, meiden. Der Verzicht auf Alkohol tut nicht nur der Gesichtshaut gut.

Topische Therapie in Absprache mit Arzt und Apotheker

Für leichte Formen der Rosazea ist das Auftragen oder Einnehmen von Antibiotika oft ausreichend. Mittel der Wahl ist das entzündungshemmende Metronidazol 0,75 Prozent, welches in Form von Gels, Cremes oder Lotions zweimal täglich auf die Haut aufgetragen wird.
Insbesondere bei Rosazea mit Papeln und Pusteln wird gerne die Azelainsäure 15 Prozent als Gel verwendet, welches ebenfalls zweimal am Tag appliziert wird. Auch Präparate mit dem Wirkstoff Ivermectin eignen sich für die Behandlung von Rosazea in diesem Stadium. Sie werden einmal am Tag auf die entzündeten Hautstellen aufgetragen.

Systemische Therapie in Absprache mit Arzt und Apotheker

Daneben sind Kombinationen von lokal angewandten Präparaten mit systemischen Arzneimitteln möglich. Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass sie über das Blut im gesamten Organismus verteilt werden. Diese Therapie ist schweren Verlaufsformen der chronischen Hauterkrankung vorbehalten. Ebenfalls bei schweren und therapieresistenten Formen angewandt werden Tetracycline, antibiotisch wirksame Arzneistoffe. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker über die verschiedenen Wirkstoffe und deren Anwendungen beraten.

Im schlimmsten Fall: Lasertherapie

Sollten die Medikamente nicht anschlagen, können Arzt und Betroffener eine Lasertherapie in Betracht ziehen. Auf diese Weise entfernt der Arzt die sichtbaren Erweiterungen kleinster Blutgefäße in den oberen Hautschichten. Schwieriger wird das Behandeln flächiger Erythemen. Überwiegend dient die Therapie jedoch zur Behandlung der Phyme. Die Pharmazeutin nennt Blasenbildung, Narben und Schmerzen als mögliche Nebenwirkungen.

Quelle: Dr. Beate Fessler: Gegen die Gesichtsröte.Wie sich Erytheme, Papeln und Phyme bei Rosazea behandeln lassen. Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 27, Juli 2015, S.52-55.

| Von: Julia Schmidt/Dr. Beate Fessler/ DAZ/ Netdoctor.de; Bildrechte: CandyBox Images/ Shutterstock