Ratgeber

Bei Rosazea bringt eine regelmäßige und sorgfältige Hautpflege bereits viel.

Sonne und Hitze fördern Rosazea

Beschwerden der Gesichtsröte lindern

Als Mitauslöser der Rosazea gilt ein langer und ungeschützter Aufenthalt in der Sonne bei erhöhten Temperaturen. Was Sie beim Genießen des Sommers beachten müssen und wie Sie die Beschwerden der chronischen Hauterkrankung lindern.

Das lateinische Wort Rosazea bedeutet so viel wie „kleine Rosenblüten“ und bezeichnet eine chronische Hauterkrankung, die vor allem im Gesicht auftritt. Doch entgegen der mit dem Namen verbundenen Assoziationen fühlen sich die Betroffenen von der Gesichtsröte nicht geziert: Die überwiegend bei Erwachsenen ab der zweiten Lebenshälfte auftretenden Entzündungen der Haut und ihrer Blutgefäße plagen Frauen wie Männer mit Stechen, Brennen, trockener Haut sowie Juckreiz. Laut Studienergebnisse sind 2 bis 5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen, insbesondere Menschen mit hellhäutiger und lichtempfindlicher Haut.

Beschwerden bei Rosazea

Die Hauterkrankung Rosazea entwickelt sich in drei Stadien und nimmt einen chronisch-schubhaften Verlauf: In der ersten Phase treten Hautrötungen, sogenannte Erytheme, auf Wangen, Nasenflügeln, Kinn und Stirn beider Gesichtshälften auf. In seltenen Fällen finden sie sich auf der Kopfhaut sowie am Nacken. Die Betroffenen leiden unter trockener und teilweise schuppiger Haut. Im zweiten Stadium kommen gerötete Bläschen (Pusteln) und Knötchen (Papeln) hinzu, die unbehandelt über Wochen bestehen bleiben. Im schlimmsten Fall drohen im dritten Stadium knollige Wucherungen an der Nase, aber auch am Kinn, Stirn oder am Ohr – sogenannte Phyme. Diese treten jedoch überwiegend bei Männern auf. Sonderformen der Rosazea sind die Rosazea fulminans während der Schwangerschaft und Steroid-Rosazea.

Die Apothekerin Dr. Beate Fessler gibt in der Deutschen Apotheker Zeitung Tipps, wie Betroffene mit der Diagnose Rosazea ihre Beschwerden begleitend lindern. Weiterhin erteilt sie Auskunft über gängige Wirkstoffe, die vom Hautarzt zur Behandlung verschrieben werden. Lassen Sie sich jedoch zur Wahl, Anwendung, Risiken und Nebenwirkung der Medikamente von Ihrem Arzt und Apotheker beraten.

Risikofaktoren meiden

Die Ursachen der chronischen Hauterkrankung sind noch nicht abschließend geklärt. Grundsätzlich gelten äußerliche Reize wie häufige und lange Einwirkungen von Kälte-, Hitze- und Sonne sowie bestimmte Kosmetika als Mitauslöser. Auch innere Reize wie scharfe und heiße Speisen und Getränke, Alkoholkonsum und psychischer Stress fördern die Ausbildung von Rosazea. Welche Faktoren bei der Entstehung tatsächlich beteiligt sind, ist individuell unterschiedlich. Sind Ihnen Ihre Risikofaktoren noch nicht bekannt, so sollten Sie verstärkt darauf achten. Grundsätzlich rät Dr. Fessler den Betroffenen dazu, diese Trigger konsequent zu meiden.

Haut sorgfältig und regelmäßig reinigen

Die leicht reizbare und empfindliche Haut erfordert sowohl am Morgen als auch am Abend eine gewissenhafte Reinigung und Pflege. Dabei am besten auf aggressive Reinigungssubstanzen und alkalische Seifen verzichten. Denn letztere erhöhen den pH-Wert, was eventuell zu Hautirritationen führt. Aus demselben Grund rät Dr. Fessler von wasserfesten Kosmetika und solchen mit Fruchtsäure, Konservierungsmitteln sowie Farb- und Duftstoffen ab. Stattdessen empfiehlt die Pharmazeutin medizinische Seifen (Syndets) mit speziellen Wirkstoffen, die die Haut sanft reinigen und nicht austrocknen. Greifen Sie grundsätzlich auf Pflegeprodukte zurück, die auf Ihren Hauttyp zugeschnitten sind. Die Apotheke bietet verschiedene Produkte an, die speziell für empfindliche und zu Rötungen neigender Haut entwickelt worden sind. Ihr Apotheker berät Sie, welche Syndets und Pflegeprodukte für Sie in Frage kommen.
Darüber hinaus schützen Sie Ihre Haut im Sommer grundsätzlich mit einem geeigneten Sonnenschutz vor der Sonne. Denn die UV-Strahlung fördert die Ausbildung und Entwicklung der Rosazea.

Auf Ernährung achten

Eine spezielle Diät gibt es nicht. Heiße und scharfe Speisen und Getränke sowie Kaffee und schwarzer Tee können jedoch die Symptome auslösen beziehungsweise verstärken. Daher ist es am besten, wenn Sie diese Nahrungsmittel sowie alle anderen, die Sie ebenfalls in Verbindung mit den Beschwerden bringen, meiden. Der Verzicht auf Alkohol tut nicht nur der Gesichtshaut gut.

Topische Therapie in Absprache mit Arzt und Apotheker

Für leichte Formen der Rosazea ist das Auftragen oder Einnehmen von Antibiotika oft ausreichend. Mittel der Wahl ist das entzündungshemmende Metronidazol 0,75 Prozent, welches in Form von Gels, Cremes oder Lotions zweimal täglich auf die Haut aufgetragen wird.
Insbesondere bei Rosazea mit Papeln und Pusteln wird gerne die Azelainsäure 15 Prozent als Gel verwendet, welches ebenfalls zweimal am Tag appliziert wird. Auch Präparate mit dem Wirkstoff Ivermectin eignen sich für die Behandlung von Rosazea in diesem Stadium. Sie werden einmal am Tag auf die entzündeten Hautstellen aufgetragen.

Systemische Therapie in Absprache mit Arzt und Apotheker

Daneben sind Kombinationen von lokal angewandten Präparaten mit systemischen Arzneimitteln möglich. Letztere zeichnen sich dadurch aus, dass sie über das Blut im gesamten Organismus verteilt werden. Diese Therapie ist schweren Verlaufsformen der chronischen Hauterkrankung vorbehalten. Ebenfalls bei schweren und therapieresistenten Formen angewandt werden Tetracycline, antibiotisch wirksame Arzneistoffe. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt und Apotheker über die verschiedenen Wirkstoffe und deren Anwendungen beraten.

Im schlimmsten Fall: Lasertherapie

Sollten die Medikamente nicht anschlagen, können Arzt und Betroffener eine Lasertherapie in Betracht ziehen. Auf diese Weise entfernt der Arzt die sichtbaren Erweiterungen kleinster Blutgefäße in den oberen Hautschichten. Schwieriger wird das Behandeln flächiger Erythemen. Überwiegend dient die Therapie jedoch zur Behandlung der Phyme. Die Pharmazeutin nennt Blasenbildung, Narben und Schmerzen als mögliche Nebenwirkungen.

Quelle: Dr. Beate Fessler: Gegen die Gesichtsröte.Wie sich Erytheme, Papeln und Phyme bei Rosazea behandeln lassen. Deutsche Apotheker Zeitung, Heft 27, Juli 2015, S.52-55.

| Von: Julia Schmidt/Dr. Beate Fessler/ DAZ/ Netdoctor.de; Bildrechte: CandyBox Images/ Shutterstock
Homöopathische Mittel helfen dabei, lästige Urlaubsbeschwerden zu lindern.

Homöopathische Reiseapotheke

Diese Mittel sollten mit!

Sommerzeit ist Reisezeit. Neben Badeanzug, Sonnencreme und Strandlektüre gehört auch eine gut ausgestattete Reiseapotheke ins Gepäck. 10 Homöopathika, die in Ihrem Koffer nicht fehlen sollten.

Im Krankheitsfall kann das richtige homöopathische Mittel gute Dienste erweisen. Doch die Zusammenstellung einer solchen Reiseapotheke will gut geplant und frühzeitig vorbereitet sein. Nachfolgend präsentiert die Carstens-Stiftung eine kleine Auswahl der wichtigsten homöopathischen Mittel für unterwegs. Im akuten Krankheitsfall nehmen Sie sofort 5 Globuli oder Tropfen des ausgewählten Arzneimittels ein. Bewegen Sie es vor dem Herunterschlucken etwa eine Minute im Mund hin und her.

Okoubaka D3 (Okoubakabaum)

Gehört in jede Reiseapotheke für einen Urlaub in heißen Regionen. Okoubaka erleichtert Ihnen die  Klima- und Kostumstellung in südlichen Ländern. Darüber hinaus lindert das Mittel Beschwerden bei akuten Magen-Darm-Infekten mit Durchfall. Sie können Okoubaka D3 auch vorbeugend bei Auslandsreisen einsetzen, um eine Magenverstimmung gar nicht erst aufkommen zu lassen. Zur Vorbeugung nehmen Sie zweimal täglich eine Tablette ein.

Nux vomica D12 (Brechnuss)

Die Brechnuss ist ein wichtiges Arzneimittel  für stressbedingte Beschwerden. Sie hilft Ihnen auch bei verdorbenem Magen, Übelkeit und Völlegefühl, die oft von Verstopfung begleitet werden. Darüber hinaus können Sie zur Brechnuss greifen, wenn Sie an "Katerbeschwerden" oder einem "Jetlag" leiden.

Arsenicum album D12 (Arsen)

Dieses Mittel eignet sich bei Beschwerden mit brennendem Charakter, die unter anderem von Erschöpfung und Frösteln begleitet werden. Sie können es gegen wässrigen Durchfall und Erbrechen einsetzen.

Cocculus D12 (Kokkelskörner)

Kokkelskörner sind eine wichtige Arznei bei Reise- und Seekrankheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Typisch ist die Verschlimmerung durch Bewegung, zum Beispiel bei Auto- oder Schifffahrten. Vorbeugend können Sie eine Stunde vor der Reise 2-mal fünf Globuli in kurzem Abstand einnehmen. Während der Reise greifen Sie 3-mal halbstündlich zu fünf Globuli, bei Bedarf noch einige Male im stündlichen Abstand.

Apis mellifica D12 (Honigbiene)

Die Honigbiene lindert die Beschwerden bei Insektenstichen und Entzündungen, die einem Bienenstich ähnlich sind. Typische Symptome sind stark geschwollene Haut, ständiger Juckreiz, stechende Schmerzen und Brennen. Auch bei Kontakt mit Quallen ist Apis ein beliebtes Mittel.

Arnica montana C30 (Bergwohlverleih)

Arnica ist das wichtigste Unfallmedikament. Sie hilft bei Prellungen, Quetschungen, Blutergüssen, Schürfwunden, Muskelkater und Sportverletzungen. Mögliche Ursachen sind Stürze oder stumpfe Stöße, Operationen, Überanstrengung sowie Infektionen. Zu den typischen Symptomen gehört ein Gefühl von Zerschlagenheit am ganzen Körper und Erschöpfung. Darüber hinaus können Sie das Mittel auch gegen Zahnschmerzen einsetzen.

Cantharis D12 (Spanische Fliege)

Leiden Sie unter Verbrennungen oder Sonnenbrand, greifen Sie am besten zu Cantharis D12, besonders wenn die Haut gerötet ist und Blasen bildet. Auch bei einer akuten Blasenentzündung mit dauerndem, unerträglichem Harndrang und mit Brennen beim Wasserlassen lindert dieses Mittel Ihre Beschwerden.

Rhus toxicodendron D12 (Giftsumach)

Nach körperlicher Überanstrengung und Sehnenreizung sowie bei Muskel- und Gelenkschmerzen verschafft Ihnen dieses Mittel Abhilfe. Leitsymptome sind reißende und ziehende Schmerzen, die nur durch fortgesetzte Bewegung gebessert werden. Bei feuchtkaltem Wetter verschlimmern sich die Beschwerden typischerweise.

Aconitum D12 (Sturmhut)

Aconitum D12 wird eingesetzt bei plötzlich einsetzendem Krankheitsbeginn mit Fieber, Unruhe und Herzklopfen. Es handelt sich um ein typisches Homöopathikum zur Behandlung von Anfangsstadien akuter entzündlicher Erkrankungen, zum Beispiel einer Erkältung.

Belladonna D12 (Tollkirsche)

Ist die Erkältung dagegen bereits ausgereift, ist Belladonna D12 zu empfehlen. Es handelt sich um eine der wichtigsten Arzneien bei akuten Entzündungen und Infektionen. Zu den Leitsymptomen gehören unter anderem Hitzegefühl, Pochen, Schwellung in dem betreffenden Körperteil. Die Beschwerden beginnen plötzlich und heftig. Bei ausgeprägten Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Belladonna D12 kann auch unterstützend zum Einsatz kommen.

Grundsätzlich sollten Sie homöopathische Arzneien nur über einen begrenzten Zeitraum verwenden und nur bei leicht ausgeprägten Beschwerden. Tritt innerhalb von zwei bis 48 Stunden keine deutliche Besserung ein oder verschlechtern sich die Symptome, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

| Von: Sandra Göbel/Carstens-Stiftung; Bildrechte: Olesya Kuznetsova/Shutterstock
Mit der richtigen Vorbereitung lässt sich der Urlaub besser genießen.

Arzneimittel auf Reisen

Richtig lagern und transportieren

Arzneimittel sind empfindliche Produkte. Eine besondere Herausforderung ist der richtige Umgang mit Medikamenten bei sommerlicher Hitze. Die Landesapothekerkammer Hessen gibt wertvolle Tipps.

Ist der nächste Urlaub schon in Sicht? Dann sollten Sie daran denken, rechtzeitig Ihre Reiseapotheke zu überprüfen: Welche Arzneimittel sollen mit? Wie lange sind die Arzneimittel noch haltbar? Und sind alle benötigten Arzneimittel in ausreichender Menge vorrätig? Wenn Vorrat und Haltbarkeit gewährleistet sind, kann es losgehen. Der Transport und die richtige Aufbewahrung von Medikamenten während der Reise sind mit ein paar Tricks eine gut lösbare Aufgabe.

Mit Medikamenten reisen: Auch unterwegs gut vorbereitet

Stellen Sie während der Fahrt sicher, dass Sie die Arzneimittel keiner Hitze aussetzen. In einem Auto werden die Hutablagen und Armaturenbretter erfahrungsgemäß am heißesten – keine guten Plätze für Arzneimittel. Auch das Innere eines geschlossenen Handschuhfachs kann sich auf über 40 Grad erwärmen. Relativ kühl bleibt es hingegen unter den Vordersitzen. Hier ist deshalb der beste Platz für Medikamente on Tour. Für die richtige Temperatur der Medikamente während der Reise sorgen zusätzlich in der Apotheke erhältliche Isoliertaschen. Sie sind in diversen Größen zu haben und können mit einem Kühlelement ausgerüstet werden, falls Arzneimittel bei bestimmten Temperaturen gelagert werden müssen. Die Arzneimittel dürfen jedoch keinen direkten Kontakt mit dem Kühlelement haben. Denn sonst drohen sie einzufrieren und nach dem Auftauen ihre Wirkung zu verlieren. Um das Einfrieren zu verhindern, sollten Sie Arzneimittel deshalb gut mit einem Handtuch umwickeln und anschließend geschützt in die Kühlbox legen.

Was darf über die Grenzen?

Bei Medikamenten wie Insulin oder Betäubungsmitteln gelten unterwegs besondere Regeln. Insulin sollten Sie in einer Kühlbox mit Kühlakku transportieren. Für Menschen mit Diabetes empfiehlt es sich zudem, eine ärztliche Bescheinigung mitzuführen. Wenn Sie diese vorzeigen, dürfen Sie das Insulin und benötigtes Zubehör in der Regel auch mit an Bord eines Flugzeugs nehmen. Im Zweifel gibt Ihre Fluggesellschaft Ihnen Auskunft darüber, welche Bescheinigungen Sie brauchen.

Innerhalb der Mitgliedsstaaten des Schengener Abkommens dürfen Sie Arzneimittel für den Eigenbedarf über die Grenzen mitführen. Für Betäubungsmittel ist jedoch eine ärztliche Bescheinigung erforderlich, die von der jeweiligen Landesgesundheitsbehörde beglaubigt ist. Beim Auswärtigen Amt können Sie sich darüber informieren, welche Staaten Mitglieder des Schengener Abkommens sind. Für alle anderen Länder gelten individuelle Bestimmungen. Die diplomatischen Vertretungen des jeweiligen Reiselandes informieren Sie über die jeweils benötigten Dokumente.

Arzneimittel nicht im Bad lagern

Am Urlaubsort angekommen, ist die Minibar im Hotelzimmer der richtige Aufbewahrungsort für Arzneimittel, die kühl gelagert werden müssen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich vorweg mit dem Hotel abstimmen, ob eine Minibar vorhanden ist. Falls nicht, ist auch hier die Isoliertasche eine Alternative. Ein Großteil der Arzneimittel ist bei Zimmertemperaturen von 15 bis 25 Grad gut aufgehoben. Trockene und lichtgeschützte Plätze sind für die Lagerung optimal. Wenig geeignet sind dagegen Badezimmer: Die stark schwankenden Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit können sich negativ auf die Qualität der Arzneien auswirken. Ein Tipp gilt für alle Medikamente: Am besten lagern Sie die Arzneimittel in der Original-Verpackung. Außerdem sollten Sie den Beipackzettel aufheben, da hier spezielle Lagerungshinweise vermerkt sind.

Medikamente auf den Prüfstand stellen

Einige Arzneiformen wie Dosieraerosole oder Zäpfchen können im Sommer durch Hitze unbrauchbar oder unwirksam werden. Bei einer zu starken Erwärmung drohen Spraydosen aufzureißen oder zu explodieren. Zäpfchen wiederum können schmelzen. Beim Abkühlen verteilt sich der Wirkstoff dann in der Zäpfchengrundlage ungleichmäßig, wodurch die Wirkung des Arzneimittels beeinflusst wird. Vor der Einnahme eines Medikaments sollten Sie deshalb immer einen genauen Blick darauf werfen: Sind Farbe oder Geruch verändert? Ist die flüssige Arznei plötzlich ausgeflockt? Haben die Kapseln Risse? Bestehen optische Veränderungen oder Beschädigungen am Arzneimittel, ist es ratsam, das Mittel gegen ein Neues auszutauschen.

Erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut

Eine weitere Besonderh eit im Sommer: Einige Arzneimittel reagieren zusammen mit Sonnenlicht und können phototoxische Reaktionen auslösen. Darunter versteht man sonnenbedingte Hautreaktionen, die sich zum Beispiel ähnlich wie ein Sonnenbrand durch Rötungen, Pusteln oder Juckreiz äußern. Darüber hinaus sind auch hartnäckige Hautverfärbungen möglich. Diese Hautreaktionen können bei der Einnahme von Entwässerungsmitteln, entzündungshemmenden Stoffen, Antibiotika, Antidepressiva oder herzwirksamen Substanzen, aber auch Naturheilmitteln wie Johanniskraut eintreten. Ob und wie sich eine Lichtempfindlichkeit der Haut zeigt, ist zudem von Ihrer individuellen Hautbeschaffenheit abhängig. Lassen Sie sich am besten vor der Reise in Ihrer Apotheke beraten, ob Ihre Arzneimittel die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Meiden Sie am Urlaubsort eine direkte Sonneneinstrahlung in der Zeit von 11 bis 15 Uhr. Zusätzlich sollten Sie für ausreichenden Sonnenschutz sorgen. Dann steht einem erholsamen Urlaub nichts mehr im Wege.

Bei Unsicherheit hilft der Apotheker

Sie nehmen ein Arzneimittel ein und wissen nicht, ob es Besonderheiten beim Lagern und Transportieren  dieses Medikaments gibt? Dann wenden Sie sich am besten an Ihren Apotheker. „Apotheker informieren ihre Patienten gerne über alles, was im Urlaub bei der Lagerung von Medikamenten zu beachten ist“, betont Thomas Benkert, Vizepräsident der Bundesapothekerkammer.

| Von: Sandra Göbel/Landesapothekerkammer Hessen; Bildrechte: Goodluz/Shutterstock

Beschwerden in den Wechseljahren

Linderung durch pflanzliche Arzneimittel

Pflanzliche Arzneimittel sind beliebte Präparate, um den verschiedenen Beschwerden während der Wechseljahre zu begegnen. Ein Überblick.

Zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr lässt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone sukzessiv nach, bis sie schließlich ganz verebbt. Diese biologische Phase der Frau wird als Wechseljahre (Klimakterium) bezeichnet. Durch die Umstellung im Hormonhaushalt leiden Frauen an unterschiedlichen Beschwerden: Neben Hitzewallungen und Schweißausbrüchen werden sie von Herzrasen, Schwindelgefühlen sowie von Trockenheit und Jucken im Scheidenbereich geplagt. Zu den physischen Veränderungen treten Beschwerden psychischer Natur. Einige Frauen klagen über depressive Verstimmungen, Reizbarkeit, Nervosität und Schlaflosigkeit. Die Beschwerden fallen in ihrer Intensität individuell aus, wobei sie nur bei einem Drittel der Frauen behandlungsbedürftig sind. Sobald sie jedoch die Lebensqualität deutlich einschränken, sollten Sie Ihren Arzt konsultieren, um die Beschwerden schulmedizinisch zu behandeln.

Generell bietet die pflanzliche Naturheilkunde eine Auswahl an Präparaten, um leichte Beschwerden zu lindern und die konventionelle Therapie zu begleiten. Aufgrund mangelnder Datenlage konnte in wissenschaftlichen Studien bisher allerdings die Wirkung, Effektivität und somit mögliche Risiken einiger pflanzlichen Substanzen für Wechseljahrebeschwerden nicht ausreichend geklärt werden.
Die Apothekerin Jutta Sievers stellt in der ptaHeute pflanzliche Arzneimittel zur Behandlung von klimakterischen Beschwerden vor und informiert über deren Anwendung. Über diese als auch über die Dosierung, mögliche Nebenwirkungen und Interferenzen mit parallel eingenommenen Arzneimitteln sollten sich Frauen bei Ihrem Arzt oder Apotheker unbedingt im Vorfeld beraten lassen.

Ein Altbekanntes Mittel – die Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa rhizoma)

Diverse pharmakologische Studien belegen die positive Wirkung des Extrakts der Traubensilberkerze: Dieses soll sich günstig auf die Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen sowie Ein- und Durchschlafstörungen auswirken. Die Wirkung des Extrakts entwickelt sich in den ersten zwölf Wochen und bleibt danach konstant. Während sich die klimakterischen Beschwerden insgesamt um die Hälfte reduzieren, gehen die Hitzewallungen um 80 Prozent zurück. Des Weiteren wird der Traubensilberkerze eine regulierende Wirkung auf den Knochenstoffwechsel zugesprochen, sodass deren Extrakt insbesondere für Osteoporose-gefährdete Frauen vorteilhaft sein soll. Denn der Mangel der Geschlechtshormone beschleunigt den Abbau von Knochengewebe.

Als seltene Nebenwirkungen nennt die Expertin Magen-Darm-Störungen, Hautreaktionen und Leberschädigungen. Falls Sie Hormone einnehmen und Ihre Regelblutung wieder eintritt, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen. Aufgrund der unklaren Studienlage sollten Frauen mit Östrogen-abhängigem Tumor Cimicifuga-Extrakte nur auf ärztliche Anweisung hin einnehmen.

Pflanzliche Arzneimittel gegen psychische Beschwerden

Einige Cimicifuga-Präparate enthalten zusätzlich Johanniskraut-Extrakte und werden in der Regel an Frauen verschrieben, bei denen depressive Verstimmungen sowie psychovegetative Störungen im Vordergrund der Beschwerden stehen. Generell haben sich Monopräparate von Johanniskraut-Extrakten bei der Linderung von leichten depressiven Verstimmungen, Nervosität und Angst bewährt. Von daher bieten diese bei psychischen Beschwerden, die im Zuge der Wechseljahre auftreten, eine gute Möglichkeit, diesen entgegenzuwirken.

Die Wirkungen des Rhapontikrhabarbers

Sowohl gegen die psychischen als auch gegen die neurovegetativen Beschwerden bietet der Spezialextrakt aus dem Sibirischen Rhabarber, dem Rhapontikrhabarber, eine gute Behandlungsalternative. Je nach Zielort des Wirkstoffs wirkt er sich positiv auf das Brust- und Gebärmuttergewebe oder auf das Herz-Kreislauf- und Knochensystem aus.

Pflanzliche „Geschlechtshormone“: Phytoestrogene

Um starke klimakterische Beschwerden zu lindern, griffen einige Frauen vor etwa zehn Jahren auf die Hormonersatztherapie zurück: Die Gabe von Geschlechtshormonen sollte den natürlich eintretenden Mangel an Hormonen ausgleichen. Da die alleinige Verabreichung von Östrogenen allerdings die Entwicklung von Gebärmutterkrebs fördert, wurden die Präparate zusätzlich mit Gestagenen angereichert. Nur für Frauen, denen die Gebärmutter entfernt wurde, galten Monopräparate mit Östrogen als unbedenklich. Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Studien sind jedoch seit etwa 2002 erhebliche Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie bekannt: So erhöhen sie deutlich das Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken oder an einer Lungenkrebserkrankung zu sterben. Des Weiteren führen sie zu einer Reihe von weiteren gesundheitlichen Risiken.

Neben den synthetisch hergestellten Geschlechtshormonen gibt es pflanzliche Geschlechtshormone: Aufgrund der Östrogen-ähnlichen Molekül-Struktur wirken sie wie Östrogene: Sie werden als Phythoestrogene bezeichnet. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Arzneimittel, sondern um sekundäre Pflanzenstoffe, die vor allem in Soja, Hülsenfrüchten oder Vollkorngetreide vorkommen. Sie werden auf dem Markt wie Nahrungsergänzungsmittel gehandelt. Die Phythoestrogene lassen sich in unterschiedliche Gruppen mit verschiedenen Einzelwirkstoffen gliedern. Deren Wirkungsweise ist bisher jedoch noch nicht abschließend geklärt. Auch eventuelle Risiken für Brustkrebserkrankungen sind noch unklar. Sprechen Sie deswegen vor der Einnahme mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

Aus dem Rotklee-Extrakt gewonnene Isoflavone

Das apothekenpflichtige Menoflavon enthält unter anderem Isoflavone, eines der bekanntesten Phytoesterogene. Es wird aus Rotklee extrahiert und soll sich positiv auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität von Frauen auswirken, die sich vor, in und nach der Menopause befinden. Als Dosierung gibt die Apothekerin Sievers eine Tablette täglich an.

Aus Soja gewonnene Isoflavone

Neben Rotklee enthält das Nahrungsergänzungsmittel Soja verschiedene Isoflavone. Dessen schützende Wirkung für das Herz-Kreislauf- und Knochensystem ist klinisch bewiesen. Inwiefern es an der Entstehung von Brustkrebs beteiligt ist, wird noch untersucht. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Verdauungsbeschwerden und allergische Reaktionen.

Quelle: Jutta Sievers: Gut durch die Jahre: Gynäkologie aus der Natur. PTAheute, Heft 22, November 2014, S. 20-24.

| Von: J. Schmidt/Jutta Sievers/PTA Heute/DKFZ; Bildrechte: Alloy Photography/Veer